Ich weiß, lange ist es her und was soll ich zu meiner Verteidigung sagen? Zu viele fremde Betten, zu viele fremde, neue Orte, zu viele Eindrücke und zu wenig Infrastruktur.
Catherine ist nun wieder zurück in Good old Germany und deswegen hier einfach ein Dankeschön an die Zeit mit Dir. Mittlerweile kenne ich mehr Israelis in Jerusalem, als Austauschstudenten. Die Uni hat begonnen und alles ist auf Hebräisch. Ich habe immer noch kein Zimmer gefunden, dafür aber in dem Keller"zimmer" viele kleine Haustiere unter anderem Egon. Darf ich volstellen:

Dann wären da noch Susi, Charlotte und Wolfgang...
Ja, und gestern haben wir ein Bett bekommen. Wir, das sind Irené (Austauschstudentin aus Lion) und ich. Aber ich liebe dieses Zimmer im Keller unter der Altstadt Ost-Jerusalems mit dem schönsten Ausblick auf die größte Müllhalde Jerusalems, die sich nachts immer mit Wasser füllt und dann zu unserem kleinen See wird. Und auf der anderen Seite sind da eine Menge genauso durchgedrehte Menschen, wie ich in dem Hostel.
Ich habe mich auch schon an die Altstadt mit ihren ganzen verzweigten Wegen unter den Häusern, auf den Häusern und zwischendurch gewöhnt und fange seit zwei Tagen an, Orientierung zu haben.
Catherine und ich in der Via Dolorosa, dem Leidensweg Christi in Ost-Jerusalem
Die letzten Tage waren noch gefüllt mit Reisen nach Bethlehem zur Geburtskirche Jesu Christi, was mit sehr viel bedeutet hat, zur Grabeskirche, zur Eiliashöhle in Tel Aviv, zur Milchgrotte, nach Haifa, nach Akko, nach Caesaria. Ich durfte mich an der Grenze nach Palästina ausziehen und war in der Negev.
Akko: Siedlungen von 400 vor Chr.
Ich hatte auch schon meine ersten hebäischen Gespräche allerdings gab es dann irgendwann immer das Problem mit der Entscheidung nach einer Frage: Ja oder Nein - Ken oder Lo. Einmal war es ok, als ich nach dem Ja eine Gurke bekam. Beim zweiten Mal wurde ich in der Uni eingesperrt. Wahrscheinlich hatte er mich gefragt, ob ich in Palästina war... ;)
Aber es wird. Ich kann dem Unterricht mittlerweile im großen und ganzen folgen und war in der letzten Woche bei vielen Vorträgen über Green Architecture in ganz Israel. Und wenn jemand im Suq ganz laut lacht, dann bin ich es, weil ich bei dem Versuch Safran auf Hebräisch zu kaufen wieder Zucker bekommen habe...
Ich hatte letzte Woche sogar schon meine erste Präsentation für den Entwurf und Morgen folgen die nächsten zwei und eine am Dienstag und eine am Mittwoch. Auf jeden Fall macht es Spaß, sich Stück um Stück mehrere Kulturen auf einmal zu erschließen und die ganz anderen Sichtweisen auf Städtebau und Wohnen zu erleben.
Ostjerusalem
Vor zwei Tagen hatte ich das Glück zu einer Familie eines Freundes zum Shabbat eingeladen zu werden und mit Ihnen den Beginn des heiligen Ruhetages zu feiern. Es war auf der einen Seite sehr vertraut und doch sehr fremd, aber sehr sehr herzlich und schön mit Ihnen die hebräischen Lieder zu singen.
So geht alles seinen Weg und ich fühle mich hier viel zu wohl. Und nun wie gehabt wieder ein paar Fotos:
Haifa by night
Shrein of the Bab-Religion in Haifa
Eilias grave in Haifa
Flamingos in freier Wildnis in der Nähe der Grenze Libanons
Grenze nach Palästina
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